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Manuka-Honig – Süße Heilkraft aus Neuseeland

Honig wird bereits seit Jahrtausenden als Heilmittel genutzt. Im Altertum war er vor allem für die Behandlung von Wunden von Bedeutung. In Ägypten wurde Honig in den verschiedensten Formen verwendet. Er wurde zudem nicht nur zum Süßen von Speisen verwendet, sondern aufgrund seiner konservierenden Eigenschaften auch zur Einbalsamierung von Verstorbenen. Ein gut erhaltenes Papyrus zeigt mehr als 500 Rezepte für Tinkturen und Salben zur Behandlung von Krankheiten, welche mit Honig versetzt wurden. Und auch heute gilt Honig in einigen Ländern noch immer als ein beliebtes Mittel für die Wundheilung und die Behandlung anderer Erkrankungen. Dabei hat sich eine spezielle Honigsorte herauskristallisiert, die sich sehr gut für die Wundbehandlung eignet: Manuka-Honig. Auf der Webseite www.manuka-neuseeland.info finden Sie viele Informationen rund um das Thema Manuka Honig.

Manuka-Honig – Woher kommt er?

Manuka-Honig stammt aus Neuseeland, wo er von den Eingeborenen für heilende Zwecke verwendet wird. Mittlerweile konnten die heilenden Eigenschaften des Manuka-Honigs sogar wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Manuka-Honig wird aus dem Nektar der Südseemyrte gewonnen. Die gedeiht ausschließlich in Neuseeland. Ihre Blätter und die Rinde nutzen die Maori ebenfalls zur Heilung vieler Beschwerden eingesetzt. Im Manuka-Honig selbst sind aber noch weitere wichtige Inhaltsstoffe enthalten, die seine Heilwirkung beeinflussen. Doch nicht jede Südseemyrte ist auch für die Herstellung von Manuka-Honig geeignet. Es gibt nur einige Arten der Pflanze, in denen auch der entscheidende Ausgangsstoff vorkommt. Dieser wird während der Produktion in den Stoff umgewandelt, welcher den Honig so einzigartig machen: in Methylglyoxal (MGO). Bei der Umwandlung handelt es sich um eine chemische Reaktion in der Honigwabe, wo durch Dehydration aus dem Ausgangsstoff der entscheidende Wirkstoff gebildet wird. Inzwischen werden die entsprechenden Arten der Südseemyrte deshalb auch gezüchtet, um die Produktion von Manuka-Honig zu unterstützen. Die Bienen ernten den Nektar und stellen aus ihm den Manuka-Honig her, welcher von den Imkern in einem Kaltschleuder-Verfahren geerntet wird. Dadurch bleiben alle hitzeempfindlichen Inhaltsstoffe erhalten.

Manuka-Honig und seine Inhaltsstoffe

Schon im Nektar der Südseemyrte ist eine Vielzahl an wertvollen Inhaltsstoffen zu finden.

Durch die verschiedenen Schritte der Verarbeitung wird der Nektar mit Emzymen (z. B. Glucose-Oxidase) angereichert. Dadurch entstehen im Manuka-Honig sehr geringe Mengen an Wasserstoffperoxid, welchem eine desinfizierende Wirkung zugeschrieben wird. Das antibakteriell wirkende MGO ist jedoch der wichtigste Inhaltsstoff im Manuka-Honig. Methylglyoxal entsteht durch den Abbau von Zucker, im Nektar ist nur die Vorstufe Dihydroxyaceton enthalten.

In Manuka-Honig finden sich außerdem geringe Mengen an sekundären Pflanzenstoffen wie Flavonoide und Phenolcarbonsäuren. Die Flavonoide haben eine antioxidative Wirkung, Phenolcarbonsäuren sorgen für den typischen Geschmack. Zudem sind in Manuka-Honig Vitamine, Kalzium, Kalium, Magnesium sowie Fruchtsäuren und weitere Enzyme enthalten.

Manuka-Honig und seine Heilwirkung

Seit tausenden von Jahren wird Honig im Allgemeinen eine antiseptische Wirkung zugeschrieben. Allerdings unterscheidet sich Manuka-Honig deutlich von der Heilwirkung anderer Honigsorten.

Von entscheidender Bedeutung im Zusammenhang mit der Heilwirkung von Manuka-Honig ist vor allem der Gehalt an Methylglyoxal. Dem Honig konnten in Laboruntersuchungen mittlerweile antibakterielle Eigenschaften nachgewiesen werden, wofür MGO verantwortlich zu sein scheint. Zudem wirkt er entzündungshemmend, antimykotisch und antiviral. Er gilt als natürliches Antibiotikum, welches keine Resistenzen gegen Super-Erreger entwickelt.

Manuka-Honig und seine Anwendungsbereiche

Aufgrund der ihm zugeschriebenen positiven Eigenschaften ist Manuka-Honig sehr vielseitig einsetzbar. Er kann natürlich wie herkömmlicher Honig zum Süßen von Speisen und Tees verwendet werden, kommt aber vor allem als Heilmittel gegen verschiedenste Krankheiten zum Einsatz.

So soll Manuka-Honig unter anderem gegen die Bakterien Helicobacter pylori und Escherichia coli hilfreich sein, welche für Magenbeschwerden verantwortlich sind. So können sie Entzündungen der Magenschleimhaut oder sogar Magengeschwüre verursachen. Durch die Einnahme von Manuka-Honig können die Beschwerden schneller und vor allem auf natürliche Weise gelindert werden.

Bekannt ist weiterhin, dass Manuka-Honig bei Infektionen der Haut hilfreich ist. Die betroffenen Stellen werden hierzu einfach mit dem Honig bestrichen. Dies gilt nicht nur für Infektionen, sondern auch für Wunden, welche mit einem Honig-Verband abgedeckt werden.

Weiterhin ist Manuka-Honig in Form von Lutschtabletten oder in Tee aufgelöst auch bei Erkrankungen der Atemwege sinnvoll. Er wirkt beruhigend und kann so die typischen, lästigen Erkältungssymptome lindern, ohne Nebenwirkungen zu verursachen.

Aufgrund der antimykotischen Wirkung kann Manuka-Honig auch Fußpilz und andere Pilzerkrankungen bekämpfen, indem er auf die betreffenden Stellen gestrichen und zudem eingenommen wird.

Sehr interessant ist zudem die Anwendung in der Zahnpflege. Oft wird davon ausgegangen, Honig würde die Zähne aufgrund des Zuckers schaden. Manuka-Honig hingegen kann den Zahnbelag schützen und sogar Karies bekämpfen. Eine erfolgreiche Behandlung kann auch bei Infektionen und Entzündungen im Mund-Rachen-Raum beobachtet werden.

Mittlerweile werden immer mehr Anwendungsgebiete für Manuka-Honig aufgedeckt. So soll der Honig gegen den Erreger Staphylococcus aureus wirken können und wird zudem als „Medihoney-Produkt“ auch in Krankenhäusern verwendet. Sogar bei Krebspatienten wird in einigen Kliniken mit dem Honig gearbeitet, wenn bei ihnen aufgrund der Chemotherapie Infektionen entstehen. Aufgrund der teils starken Medikamente sind Krebspatienten oft sehr empfindlich, Manuka-Produkte stellen hier eine gut verträgliche Alternative dar.

Typische Anwendungsgebiete für die innerliche Anwendung von Manuka-Honig sind:

  • Erkrankungen der Atemwege wie Erkältungen, grippale Infekte, Husten und Schnupfen, Bronchitis, Nasennebenhöhlen-, Stirnhöhlen- und Rachenentzündungen
  • Magenschleimhautentzündungen, Magenverstimmungen, Refluxkrankheit, Sodbrennen, Entzündungen der Speiseröhre, Magengeschwüre
  • Blasenentzündung
  • Entzündungen des Darms, Durchfall, Reizdarm, Colitis (chronische Entzündung der Dickdarmschleimhaut)
  • Entzündungen des Zahnfleischs, Parodontose, andere Entzündungen im Mundraum

Äußerlich kommt Manuka-Honig bei folgenden Beschwerden zur Anwendung:

  • Erkrankungen der Haut (z. B. Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte, Hautpilze, rissige und trockene Haut)
  • Verletzungen (z. B. Schnitte, Hautabschürfungen, Brandwunden, chronische Wunden, diabetisches Fußsyndrom)
  • Insektenstiche

Vor allem im Rahmen der äußerlichen Anwendung unterstützt Manuka-Honig die Wundheilung und trägt auch zur Desinfektion bei. Krankheitsauslösenden Bakterien wird der Nährboden entzogen, Keime können sich weder verbreiten noch vermehren. Der Honig wird dafür einfach auf die Wunde aufgetragen und mit einem Pflaster oder Mullverband sorgfältig abgedeckt.

Manuka-Honig richtig einnehmen

Manuka-Honig ist in seiner Einnahme und Dosierung sehr einfach zu handhaben. Zur Behandlung von Wunden wird er einfach auf die Wunde aufgetragen und abgedeckt. Bei bestimmten Wunden (z. B. Brandwunden) sollte der Honig allerdings auf das Verbandsmaterial gegeben werden, nässende Wunden müssen täglich einen neuen Verband erhalten und erst bei Krustenbildung kann der Wechsel alle drei Tage erfolgen. Zusätzlich zur Beschleunigung der Wundheilung trägt Manuka-Honig dazu bei, dass sich weniger Narben bilden. Auch bei Hautkrankheiten wird Manuka-Honig einfach auf die betroffenen Stellen gestrichen. So lässt sich beispielsweise Juckreiz lindern. Von Manuka-Honig müssen keine größeren Mengen auf die Wunden gegeben werden, es reicht diesen dünn aufzutragen.

Zur Vorbeugung von Krankheiten kann Manuka-Honig täglich eingenommen werden. Hier empfiehlt sich eine Menge von einem halben bis einem Teelöffel täglich. Der Honig kann dabei pur oder in Tee aufgelöst verwendet werden. Bei Erkältungen sollte die Menge auf zwei bis drei Teelöffel angehoben werden. In diesem Fall ist es sinnvoll, den Manuka-Honig so lange wie möglich im Mund zu behalten und nur langsam zu schlucken. Bei anderen Erkrankungen wird eine Dosierung von einem bis zwei Teelöffeln pro Tag empfohlen.

Zur innerlichen Anwendung ist Manuka-Honig aufgrund des Zuckergehalts nicht bei Diabetikern geeignet. Es spricht natürlich nichts gegen eine äußerliche Anwendung. Auch Säuglinge bis zu einem Jahr dürfen keinen Honig erhalten.

Manuka-Honig – Der MGO-Gehalt ist ausschlaggebend

Geht es um die Dosierung, spielt auch die Qualität des Manuka-Honigs eine wichtige Rolle. Hierbei geht es vor allem um den MGO-Gehalt. Manuka-Honig ist in unterschiedlichen Qualitätsstufen erhältlich (MGO100+, MGO250+, MGO400+, MGO550+). Die Zahl bezieht sich dabei auf einen MGO-Gehalt in Milligramm pro ein Kilogramm Honig. Damit enthält ein Kilogramm Manuka-Honig MGO100+ einen Anteil von 100 Milligramm Methylglyoxal, ein Honig mit MGO400+ einen Anteil von 400 Milligramm pro Kilogramm Honig.

Je höher der Gehalt an Methylglyoxal, umso wirkungsvoller ist der Manuka-Honig. Demnach ist ein Manuka-Honig mit MGO400+ deutlich wirksamer, als ein Manuka-Honig mit MGO100+. Um eine große Wirkung zu erzielen, müssen von einem solchen Honig nur geringe Mengen eingenommen werden.

Für eine positive Wirkung gilt es auch, darauf zu achten, dass es sich tatsächlich um ein neuseeländisches Produkt handelt. Während jährlich etwa 10.000 Tonnen als Manuka-Honig verkauft werden, exportiert Neuseeland lediglich 2.000 Tonnen pro Jahr. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass es sich bei vielen Produkten nicht um den echten neuseeländischen Manuka-Honig handelt

Manuka-Honig in wissenschaftlichen Untersuchungen

Studien zu Manuka-Honig stammen oft aus Neuseeland, den USA und Kanada. In Deutschland gilt Manuka-Honig noch als „neu“ und ist bislang noch wenig untersucht.

Vorreiter für Studien in Deutschland ist die Technische Universität Dresden. Hier wurde der Beweis erbracht, dass Methylglyoxal in Manuka-Honig tatsächlich in einer deutlich höheren Konzentration vorkommt, als in herkömmlichem Blütenhonig. Zudem stellte sich in den Untersuchungen heraus, dass Manuka-Honig so hitzebeständig ist, dass seine Wirksamkeit auch bei Erhitzung erhalten bleibt.

Studien untersuchten Manuka-Honig außerdem hinsichtlich seiner Wirksamkeit bei verschiedensten Krankheiten. So wird der Honig in einer Klinik in Berlin bei Patienten mit diabetischem Fußsyndrom zur schnelleren Wundheilung eingesetzt. In der Klinik der Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn wird in der Kinderabteilung Medihoney zur Pflege von Wunden eingesetzt.

Studien aus den USA zeigen auf, dass Manuka-Honig bei leichteren Verbrennungen für eine Verkürzung der Heilungsdauer sorgt. Und das US National Cancer Institut hat der Zulassung von Manuka-Honig als Heilmittel bei Infektionen aufgrund von Chemotherapie zugestimmt.

Manuka-Honig - Ein leckeres, natürliches Antibiotikum

Manuka-Honig gilt aufgrund seiner vielen positiven Eigenschaften als wohl vielseitigstes und auch leckerstes natürliches Antibiotikum, welches keine Resistenzen gegen Bakterien und Keime entwickeln dürfte. Der Honig ist nicht nur zum Süßen geeignet, sondern lässt sich vor allem aus medizinischer Sicht vielseitig und mittlerweile auch nachweisbar einsetzen.

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