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Aprikosenkernöl für Schönheit und Gesundheit

Die Aprikose

Die Aprikose ist in Armenien seit der Antike bekannt. Neuere genetische Untersuchungen gehen davon aus, dass der Aprikosenbaum oder Aprikosenstrauch ursprünglich aus China stamme. Er gehört, gemeinsam mit Äpfeln, Birnen, Kirschen, Zwetschgen, Pflaumen, Mandeln und diversen Beeren, zur Familie der Rosengewächse.

In unseren Breitengraden wurde sie durch das Römische Reich bei den Germanen eingeführt. Im Mittelalter wurde die Aprikose noch zu einer Unterart der Pfirsiche gezählt. In den nordischen Ländern hingegen war die Aprikose weitgehend unbekannt.

Nicht nur für seine außerordentliche Süße ist die Aprikose bekannt. Durch ihren Gehalt an Wirkstoffen wie Provitamin A (Carotin), die B- Vitamin-Gruppe, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Phosphor wirkt bei regelmäßigen Verzehr positiv auf Haare und Nägel und sorgt für eine feine Pfirsich-, vielmehr Marillenhaut. In dem Früchtchen aus dem Clan der Rosengewächse steckt jedoch noch mehr. Sie stärkt die Immunabwehr durch die enthaltene Salicylsäure, welche im Magen-Darm-Trakt antibakteriell wirken kann.

Heutige Anbaugebiete sind:

  • Italien
  • Spanien
  • Türkei
  • Ungarn
  • Südtirol
  • Österreich
  • Schweiz
  • Südafrika
  • Australien
  • USA

Hauptsaison in Europa ist Ende Mai bis September. Danach sind zumeist Aprikosen aus Übersee im Handel zu finden.

Die Symbolik der Aprikose

In Europa galt die Aprikose lange Zeit als Aphrodisiakum. In China steht sie als Symbol für Medizin, femininen Anmut und den Kinderwunsch. Da Konfuzius seine Schüler unter einem Aprikosenbaum unterrichtet hat, steht sie im gleichen Sinne als Symbol der Weisheit. In der psychologischen Traumdeutung steht die Aprikose für Liebe, Versuchung und Fruchtbarkeit. Die Aprikose wird symbolisch mit dem Po gleichgesetzt. Für C.G.Jung ist das Symbol der Aprikose eine Metapher für das Leben an sich. Der bekannte schweizer Psychiater deutet das Symbol der Aprikose im Traum als Warnung, sich zu leicht verführen zu lassen. Im Allgemeinen gilt diese Frucht als typisches Sexualsymbol. Wenn ältere Personen von einer Aprikose träumen, dann wird dies mit dem Beginn der geistigen Reifung gedeutet. Im arabischen Volksglauben bringt das Sehen einer Aprikose im Traum eine gute Aussicht, das Essen oder Besitzen beschert dem Träumer Glück. In Indien deutet das Symbol der Aprikose im Traum darauf hin, dass man spät, aber glücklich heiraten wird.

Geschichtliches

In der traditionellen orientalischen Medizin wurden Furunkel, Akne vulgaris, Schuppenflechte, Husten, Asthma und Verstopfung mit Aprikosenkernen behandelt.

Herstellung

Aprikosenkernöl wird aus der Mandel des Steins der Aprikose (Prunus armeniaca) gewonnen.

Kalt gepresstes Aprikosenkernöl ist ein goldgelbes Öl mit charakteristisch dominierendem Geruch und Geschmack. Raffiniertes Aprikosenkernöl ist ein hellgelbes Öl. Geschmack und Geruch erinnert nur noch schwach nach Aprikose.

Man unterscheidet primär zwischen zwei Formen von Aprikosenkernen:

1. Bittere Aprikosenkerne
2. Süße Aprikosenkerne

1. Bittere Aprikosenkerne

Die Steine der säuerlichen Wildaprikose sind aufgrund ihres hohen Gehaltes an Amygdalin (Vitamin B17, Laetril) nicht für den Verzehr geeignet. Sie werden jedoch in der Kosmetik eingesetzt – mit großen Erfolgen.

2. Süße Aprikosenkerne

Die Steine der süßen Zuchtaprikose schmecken ähnlich dem Marzipan. Tatsächlich sind Aprikosen und Mandeln aus derselben Familie – nämlich aus der Familie der Rosengewächse. Selbst der süße Aprikosenkern enthält Amygdalin, jedoch in sehr geringer Menge. Der Verzehr ist unschädlich.

Die Aprikosen werden für die Herstellung von Aprikosenkernöl getrocknet und aufgebrochen. Unbrauchbare Kerne werden aussortiert. Die Gewinnung geschieht zunächst durch mechanisches Pressen (Kaltpressung). Die Kaltpressung enthält alle Wirkstoffe im Urzustand. Anschließend wird die Haltbarkeit des Öls durch Raffination verlängert. Dieser Schritt wird häufig durchgeführt, weil Aprikosenkernöl einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren aufweist und daher schnell ranzig wird. Die Erhitzung, die beim Raffinerieprozess vorgenommen wird, schaltet viele der enthaltenen Wirkstoffe aus. Aprikosenöl ist dem Mandelöl sehr ähnlich in Zusammensetzung und Geschmack.

Inhaltsstoffe

Bitterer Aprikosenkern:

Dominierende Vitamine (absteigende Reihung):

Vitamin B3 Vitamin E Vitamin C Vitamin B2

Dominierende Mineralstoffe (absteigende Reihung):

Kalium Phosphor Calcium

Dominierende Spurenelemente (absteigende Reihung):

Eisen Zink Mangan

Dominierende Aminosäuren (absteigende Reihung):

Pflanzliches Eiweiß Nichtessentielle Aminosäuren Essentielle Aminosäuren Glutamin Asparaginsäure Leucin
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Süßer Aprikosenkern:

(Quelle: http://www.naehrwertrechner.de/naehrwerte-details/H340011/Aprikosenkern/)

Dominierende Vitamine (absteigende Reihung):

Vitamin E Vitamin B3 Vitamin B1 Vitamin B5

Dominierende Mineralstoffe (absteigende Reihung):

Kalium Phosphor Magnesium

Dominierende Spurenelemente (absteigende Reihung):

Kupfer Fluor Eisen

Dominierende Aminosäuren (absteigende Reihung):

Pflanzliches Eiweiß Essentielle Aminosäuren Nicht-essentielle Aminosäuren Glutaminsäure Arginin Asparaginsäure

Verschiedenste Aminosäuren sind der Baustoff für ein menschliches Protein. Es gibt Hunderte verschiedene Aminosäuren, jedoch nur zwanzig davon sind Proteinbausteine. Nichtessentielle Aminosäuren kann der Körper aus Eigenem herstellen, essentielle Aminosäuren müssen über die Nahrung zugeführt werden.

Amygdalin, auch Laetril respektive B17 genannt, ist kein Bestandteil unserer Ernährung. Dem Wirkstoff wird eine krebshemmende Wirkung zugeschrieben, findet jedoch in der Schulmedizin so gut wie keine Anwendung. Warum das so ist, lesen Sie weiter unten im Text.

Arginin ist bedeutend für die körperliche Leistungsfähigkeit.

Die Asparaginsäure ist ein weiterer Botenstoff des Gehirns.

Vitamin B1 (Thiamin) stärkt das Nerven- und das Herzmuskelgewebe.

Vitamin B2 (Riboflavin) ist an der Verstoffwechselung von Kohlenhydraten, Aminosäuren, Fettsäuren und Vitaminen beteiligt.

Vitamin B3 (Nikotinsäure/Niacin) ist ein wichtiger Wirkstoff für die Haut. Es wirkt gefäßerweiternd.

Vitamin B5 (Pantothensäure) ist ein wichtiger Wirkstoff für Bindehaut, Nägel und Haare. Des Weiteren ist es ein Baustein, um im Körper Cortisol und Neurotransmitter aufzubauen.

Vitamin C (Ascorbinsäure) ist ebenfalls ein Antioxidans. Zudem fördert es die Gesunderhaltung des Körpers und die Wundheilung.

Vitamin E (Tocopherol) hat eine stark antioxidative Wirkung im Körper, das heißt, es schützt die Zelle vor freien Radikalen, welche bei der Entstehung vieler Krankheiten eine wichtige Rolle spielen. Es wirkt zudem entzündungshemmend, unterstützt das Immunsystem, spielt eine wichtige Rolle für das Nervensystem und besitzt eine antikanzerogene (krebshemmende) Wirkung.

Dimethylglycine hilft bei Migräne und Kopfschmerz.

Eisen ist am Sauerstofftransport der roten Blutkörperchen beteiligt.

Eiweiß ist neben Kohlenhydraten und Fetten ein Hauptbestandteil unserer Ernährung. Es ist an der Erneuerung der Zellen beteiligt, ist ein Baustein von Kollagen und Keratin.

Fluor ist vor allem wichtiger Bestandteil von Knochen und Zähnen.

Glutamin ist einer der wichtigsten Botenstoffe des Gehirns.

Kalium wird für die Systemfunktionalität der Zellen gebraucht. Es kommt in den Zellen in fast 40fach höherer Konzentration vor als außerhalb ebenjener. Die Nerven sind nichts anderes sind als Zellen, die als Informationsleitung zwischen allen anderen Zellen des Körpers fungieren. Auch sie benötigen demnach Kalium. Deshalb ist Kalium mit eine Voraussetzung für einen ungestörten Informationsaustausch.

Kalzium stärkt Knochen und Zähne.

Leucin ist für den Aufbau von Eiweiß in der Leber und in den Muskeln mitverantwortlich.

Magnesium hilft bei der Verstoffwechselung von Kohlenhydraten. Magnesiummangel kann eine gesteigerte Erregbarkeit des Nervensystems, Müdigkeit und Krämpfe zur Folge haben.

Mangan ist ein Bestandteil von Enzymen.

Phosphor ist an der Energiespeicherung beteiligt.

Auch Zink ist beim Sauerstofftransport über die roten Blutkörperchen ein beteiligter Treibstoff.
Aprikosenkernöl besteht neben den oben genannten Wirkstoffen zum größten Teil aus Oleinsäure (Ölsäure) und Linolsäure, welche beide für ihre hautpflegenden Eigenschaften bekannt sind.

Wirksamkeit

Innerliche Anwendung:

Dem im bitteren Aprikosenkernöl enthaltenen Vitamin B17 (Amygdalin) wird eine krebsvorbeugende Wirkung nachgesagt. Bisher wird es jedoch nur in der homöopathischen Medizin eingesetzt. Die Schulmedizin befindet die gewonnenen Untersuchungen als noch nicht hinlänglich belegt. (Von einer Selbstmedikation wird vom Zentrum der Arzneimittelinformation dringend abgeraten. Es existiert zwar Amygdalin als Rezeptursubstanz, welche für Apotheker zugänglich ist, diese Substanz wurde jedoch als bedenklicher Arzneistoff eingestuft.)

Quelle: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm4_24_2003

Äußerliche Anwendung

Durch die Ölsäure, die Linolsäure, Vitamin B3, Vitamin B5, Vitamin C und Vitamin E wird fast die gesamte Palette der hautpflegenden Eigenschaften abgedeckt. Die Wirkung von Linolsäure bei wunder Haut wurde bereits nachgewiesen. Ekzeme und andere Hauteizungen wie beispielsweise die Kontaktdermatitis werden durch Linolsäure gelindert, bestenfalls sogar geheilt. Darüber hinaus reguliert Linolsäure den Wasserhaushalt und bringt Lichtschäden, z.B. Altersflecken, zum Verschwinden. Die äußerliche Anwendung von Aprikosenkernöl bewirkt besonders bei trockener, empfindlicher und reifer Haut eine spürbare Verbesserung der Hautqualität. Sogar Mitesser können mit Hilfe von Aprikosenölerzeugnissen behandelt werden.

Durch die Wirkstoffe Vitamin B5, Vitamin E und Eiweiß wirkt Aprikosenkernöl hervorragend gegen trockenes Haar und verleiht ihm wieder ein glänzendes, geschmeidiges Aussehen. Beiläufig wird die Kämmbarkeit durch die Anwendung einer Haarpackung verbessert. Nicht zu vernachlässigen sind die pflegenden Eigenschaften auf gereizter oder juckender Kopfhaut.

Nach einer Massage berichten Klienten von einer sofort spürbar glatteren, zarteren Haut. Das liegt daran, dass das pflanzliche Öl dem Eigenfett der Haut ähnelt. Auch als Kälteschutz wirkt Aprikosenöl sehr gut. Für zarte Fingerspitzen und Hände vermischt man einen Tropfen Zitronensaft mit dem erwärmten Öl und badet die Finger oder die ganze Hand darin. Als Haaröl findet Aprikosenkernöl genauso Anwendung. Aprikosenkernöl nach einem Sonnenbrand auf die Haut aufgetragen sorgt für rasche Linderung der Beschwerden. Als Haaröl einfach in das trockene Haar einmassieren und über Nacht einwirken lassen. Am nächsten Morgen Haare wie gewohnt waschen. Als Haarmaske für einige Minuten ins handtuchtrockene Haar einmassieren. In der Aromatherapie wird Aprikosenkernöl zur Unterstützung des eigenen Immunsystems verwendet. Als Zusatz in Badewasser sorgt es außerdem für mehr Ausgeglichenheit. Einige Benutzer berichten von Aprikosenkernöl als biologische Alternative zu herkömmlichen Makeup-Entfernern. Da das Aprikosenöl besonders mild ist, wird es gerne in der Babypflege genutzt. Als Nahrungsergänzungsmittel erhält ist auch der bittere Aprikosenkern in Form von Pulver sowie Fermentkapseln im Handel. Als Öl des süßen Aprikosenkerns wird als Salatöl, aber gleichermaßen für Süßspeisen verwendet. Kaltgepresstes Öl ist nicht zum Braten oder Kochen geeignet. Sobald das Öl starker Hitze ausgesetzt ist, verliert es nicht nur seine Wirkstoffe, sondern kann auch gesundheitsschädliche Dämpfe entwickeln. Für solche Anlässe wird besser auf das raffinierte Öl zurückgegriffen. Immer auf die Deklaration achten! Verwenden Sie nur Aprikosenkernöl, welches zum Verzehr geeignet ist!Die vegane Küche ist gerade im Begriff, das Aprikosenkernöl zur Bereicherung des Speiseplanes zu entdecken. Als Kernmehl des süßen Aprikosensamens wird es zum Backen (z.B. Aprikosenkernschnecke) benutzt. Als Trägeröl wird es zur Herstellung von Cremes und Salben verwendet. Als Shampoo und Spülung entfaltet es seine feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften und führt zu mehr Kämmbarkeit. Persipan ist eine aus Aprikosenkernen gewonnene Süßigkeit, die dem Marzipan sehr ähnlich ist.
Tipp:
Das kaltgepresste Öl (Rohkostqualität) ist dem raffinierten vorzuziehen, da es viel mehr Wirkstoffe enthält. Das raffinierte Aprikosenöl beinhaltet aufgrund des Raffinerieprozesses, der mit Erhitzung einhergeht, Wirkstoffe in geringerer Menge als seine kaltgepresste Schwester. Kaltgepresste Öl ist wiederum jedoch nicht lange haltbar, deshalb bietet es der Handel nur in geringen Abgabemengen an.

Kurz und knapp:

  • Zur innerlichen Anwendung nur das Öl des süßen Aprikosenkernes geeignet - immer auf die Angaben des Herstellers achten!
  • Zum Kochen und Backen nur raffiniertes Aprikosenöl verwenden.
  • Bei der äußerlichen Anwendung eigent sich das Öl des süßen und des bitteren Aprikosenkernes gleichermaßen.
  • Als milde Hautpflege, Winterschutz und zum Aufbau geschädigter Hautstrukturen geeignet.
  • Zum Aufbau trockenen Haares geeignet.
  • Wird als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.
  • Eine medikamentöse Therapie mit dem Wirkstoff Amygdalin, der auch im bitteren Aprikosenkern vorkommt, wird derzeit vom Zentrum der Arzneimittelinformation als bedenklicher Arzneistoff eingestuft.
Haftungsausschluss und allgemeiner Hinweis zu medizinischen Themen: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens! Wir und unsere Autoren übernehmen keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.